Blick vom Alphubel4206 m zum Monte Rosa
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Rosengarten, Dolomiten
Die Linienführung und das Erleben
Die Linienführung der „rhythmischen Touren“ wie sie im Sarcatal nach den
Ideen von Heinz Grill gestaltet sind, wurde so gewählt, dass sie sich die
leichteste Möglichkeit bei bester Felsqualität und dabei erlebnisreiche
Abschnitte sucht. Diese „logische“ Linie im Schwierigkeitsgrad III – VI,
was dem unteren Schwierigkeitsbereich entspricht, weist oft Quergänge und
Traversierungen auf. Diese Bewegtheit der Führen mit ihren ausgesetzten
und geschützten Passagen macht sie abwechslungsreich und äußerst
interessant. Sie wirken anregend auf die Empfindungen und Gefühle, sodass
diese eine Bereicherung erfahren.
Die Felsqualität ist für eine Klettertour entscheidend. Es ist für den Kletterer
eine Freude sich an schönem, festen Felsen festzuhalten. Die Freude über den
Felsen führt zu einer Verbindung mit ihm und auch zu einer Sicherheit in den
Bewegungen. Rhythmus entsteht. Im Gegensatz dazu führen brüchige oder von
Flechten und Gras bewachsen oder von Erde verschmutzter Fels zu
Verunsicherungen. Es ist wie eine „Zwischenschicht“, die keine Nähe zum Fels
entstehen lässt.
Auf der Suche nach der natürlichsten, vom Berg vorgegebenen Linie wurden
Risse, Verschneidungen, Kamine und Schuppen ausgenutzt. Das Erklettern
dieser Felsformationen hat etwas sehr Erlebens- und Abwechslungsreiches.
Dies ist einmal spreizend in der Verschneidung, im Riss mit den Fingern, Hand,
Faust oder Schulter verklemmt, oder im Kamin sich hinaufstemmend. Dann
folgen Wandpassagen, die ein präzises Steigen und Greifen erfordern.
Reibungsplatten, die in tänzerischen Bewegungen begangen werden, wechseln
mit Schuppen, über die man sich in Piaz-Technik hinaufhangelt. Das Erklettern
dieser unterschiedlichsten Felsstrukturen ist ein Reiz und eine Anforderung für
den Kletterer, denen er mit seiner Geschicklichkeit begegnet.
Wie jeder Kletterer oft unbewusst weiß, sind in diesen unterschiedlichen Stellen
nicht nur unterschiedliche Klettertechniken notwendig, sondern auch
unterschiedliche Eindrücke und Empfindungen damit verbunden. Im Kamin ist
der Kletterer vom Fels umgeben und muss sich erst in diesem „neuen Raum“
orientieren. Im Körperriss ist der ganzen Körper vom Fels umschlossen. So hat
er den größten Kontakt zum Fels, was einerseits Sicherheit spenden kann, aber
auch beengende Gefühle erzeugt. Die Bewegungsfreiheit und Umsicht sind
beeinträchtigt. So ist man im Kamin hin- und hergerissen zwischen einem Zu-
Tief-Hinein- Gehen, was dem Bedürfnis nach Sicherheit nahe kommt, und einem
gewagten, luftigen Hinausgehen.
Demgegenüber steht vielleicht die Plattenkletterei. Man ist nicht „drinnen“ wie
im Kamin, sondern alles herum ist weit und offen. Die Platten erscheinen
haltlos. Man muss auf die Reibung seiner Sohlen vertrauen und sich vorsichtig,
„schleichend“ vorwärts bewegen. Kraft in den Armen benötigt man wenig, was
Frauen entgegenkommt.
Die Kletterei über Schuppen in Piaz – Technik erfordert im Gegensatz zur
Plattenkletterei ein relativ hohes Maß an Kraft. Die Arme halten die Kante des
Risses, und die Beine werden auf Gegendruck gegeben. So hängt man kraftvoll,
luftig, gewagt außen an einer Schuppe, versucht aber, so schnell wie möglich die
Schulter hinter der Schuppe zu verklemmen, um die Arme zu entlasten. Diese
herausfordernde Technik ist vorwiegend bei Männern sehr beliebt.
Steile Wandpassagen haben etwas sehr Konfrontatives. In ihrer geschlossenen
Steilheit ist man mehr wie auf sich selbst zurückgeworfen. Sie wollen mit den
gegebenen Griffen und Tritten überwunden werden ohne Möglichkeit, sich mit
der Schulter oder den Fingern noch etwas zu verklemmen.
Dieses unterschiedliche Spiel der Bewegung ist eine besondere Freude für den
Kletterer. Es fördert aber auch durch ihr abwechslungsreiches Erleben den
Rhythmus.
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Sensieble seitliche
Bewegungen bei Quergängen
Kamin, eingeschlossen
im Fels
Freie Wandkletterei
Felsformationen wirken
erlebensreich
Franz Heiß in der via “Il canto
dell`Indria”, Coste dell` Anglone”
Franz Heiß in der via “Il canto
dell`Indria”, Coste dell` Anglone”
Heinz Grill in der “L´ombra e la
apperatione dell` mondo”,
Coste dell` Anglone”
Florian Kluckner, in der
“Athene”, Parete San Paolo